1928 gründete mein Vater Leopold Mlynek sen. den ersten Würstelstand Wiens.
Damals stand der Wagen vor der Apotheke Auge Gottes. Bis vor ca. 30 Jahren gab es verschiedene Berechtigungen für Tag-oder Nachtbetrieb. Im Jahre 1952 wurde unser Verkäufer Fritz Wilfing angestellt, welcher 25 Jahre lang 6 Nächte in der Woche tätig war. Unser Fritz wurde ein echtes Wiener Original. In diesen Jahrzehnten und auch heute noch kamen und kommen viele Prominiente aus Kultur, Medien, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu unseren Würstelstand.
Unser berühmtester Gast war der damals amtierende Bundeskanzler Dr.Bruno Kreisky, der in das Stammbuch unseres Verkäufers Fritz schrieb: Besser als vor Stunden beim Festbankett, schmeckt mir jetzt Die Heisse beim Würstelstand.
Selbstverständlich ist das nicht der gleiche Stand, wie 1928, es Ist bereits die vierte Generation und wurde 1997 neu, nach modernsten Erkenntnissen gebaut. Im Jahre 1987 übersiedelten wir mit unserem Standplatz auf Die gegenüberliegende Insel beim Taxistandplatz vor dem Jetzigen Cafe Blau-Stern.
Unser Team steht täglich ab 10 Uhr
Vormittags bis 4 Uhr früh zur Verfügung.
Leopold Mlynek sen.
Gründer des ersten
Wiener Würstelstandes
Unser Fritz, war 25 Jahre bei uns beschäftigt und zwar von Dienstag bis Sonntag von 8 Uhr abends bis 4 Uhr früh. Montag war sein freier Tag.
Eigentlich wollte er nicht, dass ein anderer Mensch für ihn arbeitet, er wollte sich doch nicht in die Karten schauen lassen. Einmal im Jahr hatte er zwei Wochen Urlaub, denn im Jahre 1953, als er begann, waren eine 48 Stundenwoche und eben nur 2 Wochen Urlaub pro Jahr die Norm. Dies hat sich natürlich im Laufe der Jahre verändert. Heute sind es immerhin 5 Wochen Urlaub und wir haben die 40 Stundenwoche.
Unser Fritz war ein eigener Typ. Seine Gäste begrüsste er immer mit : Servus mein Freund! Ausserdem war er ein fanatischer Fussballanhänger und als Döblinger natürlich Viennaanhänger. Die Fussballergebnisse wurden von seinen Kunden und Freunden am Abend, bzw. in der Nacht nachgefragt und gerne wurde gemeinsam darüber diskutiert. Wenn Studenten „neger“, das heisst in Geldnöten waren, liessen diese beim Fritz aufschreiben. Am nächsten Monatsersten, wenn die Studenten das Geld von zuhause bekamen, bezahlten sie die Schulden mit einem kleinen Aufschlag gerne zurück. Einmal kam ein Kunde zu ihm und gab Fritz eine grössere Summe für eine Burenwurst und erklärte ihm, dass er heute ein gut verdienender Generaldirektor sei, dieser Betrag eine Kleinigkeit für ihn sei. Er würde ihm das nie vergessen, dass er als Student, wenn er Hunger hatte, aufschreiben (Schulden machen) lassen konnte.
Der ehemalige Bundeskanzler Dr. Kreisky kam auch öfter zu ihm Burenwurst essen und schrieb ihm ins Stammbuch, dass ihm die Wurst beim Würstelstand besser geschmeckt hat, als vorher das Festessen beim Bankett. Wie Kreisky das erste Mal kam, fragte der Kriminalbeamte, wie viel er bekomme und Fritz meinte öS 100,-. Daraufhin fragte der Kriminalbeamte unseren Fritz ob er deppert geworden sei und Fritz meinte, er sei nur ein armer Knecht und dies ist der grosse Bundeskanzler. Dr. Kreisky hörte dies, lachte herzlich und von dieser Zeit an bekam er 100 Schilling. (Ob es wahr war, weiss ich nicht, aber Fritz erzählte mir das so.)
Fritz hatte zwei Brüder, einer davon (Franz) genannt hatte den Spitznamen „der Rittermeister“. Diesen Spitznamen hatte er von meinem Vater bekommen als dieser noch selbst im Würstelstand arbeitete und zwar aus folgendem Grund. Der Rittermeister trug mit Vorliebe Reiterhosen und Reitstiefel und spazierte öfters mit zwei Damen eingehängt, eine rechts, die andere links beim Stand vorbei. Mein Vater rief ihm zu: Herr Rittermeister, wo sind die Pferde und er antwortete: die sind gesattelt, grinste, deutete auf seine zwei Damen und marschierte mit stolzgeschwellter Brust weiter…
Die erste Frage ist, wann eigentlich die Nacht beginnt, so um 20 Uhr oder um 24 Uhr oder spielt die Zeit für einen echten Drahrer keine Rolle. Dazu möchte ich bemerken, dass der Fasching ja am 11.11. um 11:11 Uhr beginnt und bei den meisten Teilnehmern an diesem Ereignis die Nacht, bzw. das Nachtleben ja um diese Zeit beginnt. Vor Jahren gab es auch beim Heurigen die so genannte Elfuhrmesse, das heisst, dass dies die Messe war, wo mit dem Weinglaseln zusammengeläutet wird.
Nun, ein Gast hat auch schon bei Einbruch der Dämmerung gerufen: Freunde, die Nacht beginnt kalt zu werden, es ist Zeit, schärfer zu zechen!
Nun meine Geschichte beginnt so zwischen 2 und 4 Uhr früh bei einem original Wiener Würstelstand. Der Würstelmann, nennen wir diesen Karl, Charly oder auch Alter genannt, hatte meistens einen ungewöhnlich grossen Bierdurst. Um dieses Verlangen möglichst kostengünstig zu ermöglichen, erfand der gute Mann das Gurkerlspiel.
Das Gurkerlspiel hatte so seine Tücken, denn die Chance für einen Gewinn lagen für Charly 10 zu 1. Nicht, dass ihn das gestört hätte, er dachte, der Zweck heiligt die Mittel. Nun wollen wir uns den Tatsachen zuwenden. Mit listigem Blick verfolgte er die Bewegungen seiner Sportkameraden, wie diese zum Beispiel ihre Käsekrainer verzehrten und eventuell dazu ein Bier tranken. Bevor die letzten Bissen aufgegessen waren kam die Fangfrage von unserem Charly, denn der Durst musste schon sehr stark sein. Traust du dich antreten zu einem sportlichen Wettkampf, dem berühmten Gurkerlspiel? Der Kunde wusste natürlich nicht, was unser Charly meinte und er liess sich das Spielchen erklären. Charly: Du hast doch schon im Fernsehen gesehen, wie die Amerikaner in einer Hand den Holzschläger halten und damit auf einen Ball schlagen. Bei mir, alter Freund, hast du es viel einfacher. Dein Baseballschläger, so wird der Holzprügel genannt ist unser Besen, welcher zum Zusammenkehren verwendet wird und statt dem Ball nehmen wir ein Essiggurkerl. Aber, weil du es bist werde ich ein grösseres Gurkerl aussuchen. Wenn du triffst, zahle ich ein Bier, wenn nicht, bekomme ich ein Bier. Selbstverständlich musst du mit dem Besenstiel arbeiten und nicht mit der breiten Strohseite.
Der Kunde lächelte und fragte unseren Charly, ob er vielleicht schon leicht besoffen (betrunken) wäre, was dieser natürlich verneinte. Er beteuerte, dass dies doch ein Geschicklichkeitsspiel sei und so ähnlich wie Golf. Unser Kunde spielte das Spiel mit, traf nätürlich nicht und meinte später, er wollte ihm eine Freude machen. Dies liess Charly nicht gelten und meinte, dass er ihm das nächste Mal gerne Revanche gebe.
Trotzdem war das Gelächter der Freunde der Nacht, welche beim Würstelstand waren, gross und es ist auch nicht so leicht mit dem dünnen Holzstangerl und Essiggurkerl zu treffen.
Kroketten, Puffer und Pommmes Frittes
sind für Vegetarier ein Hit.
Wer es lieber fleischig mag
für den gibt's Würstel jeden Tag.
Von Frankfurter bis Käsekrainer
so gut wie der Leo macht sie keiner!
Ketchup, Senf und Mayo sind dabei,
und auch sonst gibt es noch allerlei:
Gurkerl, Pfefferoni oder Mais,
Zwieberl und Gemüsereis.
Und, was darf's zum Trinken sein?
Bier, Limo, Saft oder Wein?
Kakao oder Espresso-Kaffee,
es gäbe aber auch noch Tee!
Und weiter geht's, da wird's nicht fad,
mit Zuckerln, Keksen und Schoklad.
(An der Ecke gleich, da steht er,
nicht weit von hier, nur fünfzig Meter.)
Und wie man bedient wird, kommt man als Gast,
freundlich und flink aber ohne Hast.
An schiachen Tagen wie an Schönen,
DAS GANZE TEAM WIRD EUCH VERWöHNEN!